Nicht jeder Erfolg ist Aufstieg
„Willst du nicht mehr Verantwortung übernehmen?”
„Nein.”
Pause. Ein irritierter Blick. Dann: „Aber du könntest doch. Du wärst gut darin.”
Vielleicht. Vielleicht wärst du gut darin. Aber du willst es nicht.
Und das verstehen sie nicht.
Die Erwartung
Karriere bedeutet Aufstieg. Das ist die Regel. Du fängst unten an. Du arbeitest dich hoch. Du übernimmst mehr Verantwortung.
Mehr Gehalt.
Mehr Status.
Mehr Macht.
Wer nicht aufsteigt, ist faul. Oder nicht ehrgeizig genug. Oder nicht gut genug.
Wer an seinem Platz bleibt, obwohl er mehr könnte, wird schräg angesehen. Als hätte er aufgegeben. Als würde er sein Potenzial verschwenden.
Die Idee, dass jemand bewusst nicht aufsteigen will, ist für viele nicht nachvollziehbar.
Was sie nicht verstehen
Dass mehr Verantwortung nicht automatisch Erfüllung bedeutet.
Dass mehr Gehalt nicht automatisch Lebensqualität bedeutet.
Dass ein höherer Titel nicht automatisch mehr Wert bedeutet.
Doch du weißt, was der Aufstieg dich kosten würde:
- Mehr Meetings.
- Mehr Termine.
- Mehr Entscheidungen, die du treffen musst.
- Mehr Menschen, für die du zuständig bist.
- Weniger Zeit für die Arbeit, die du eigentlich gerne machst.
Du hast gesehen, wie es bei anderen aussieht. Die Erschöpfung. Der Stress. Die Verpflichtungen, die sich stapeln.
Die Freiheit, die verschwindet.
Und du denkst: Nein. Nicht für mich.
Das ist keine Faulheit. Das ist eine bewusste Entscheidung.
Was du willst
Du willst deine Arbeit gut machen. Du willst pünktlich Feierabend haben. Du willst am Wochenende nicht erreichbar sein müssen.
Du willst Energie haben für das, was dir wichtig ist.
- Du willst nicht mehr verdienen, wenn es bedeutet, dass du weniger lebst.
- Du willst nicht mehr Status, wenn es bedeutet, dass du mehr funktionieren musst.
- Du willst nicht mehr Macht, wenn es bedeutet, dass du weniger Zeit hast.
Für dich ist das logisch. Für die anderen ist es unverständlich.
Die Diagnose
Sie nennen es mangelnden Ehrgeiz.
Sie sagen, du hättest dich eingerichtet.
Sie fragen, ob du nicht mehr aus dir machen willst.
Als wäre mehr automatisch besser. Als wäre Aufstieg der einzige Weg, etwas aus sich zu machen.
Niemand fragt: Was willst du wirklich? Was ist dir wichtig? Was bedeutet für dich ein gutes Leben?
Sie nehmen an, dass die Antwort universell ist: mehr Geld, mehr Status, mehr Karriere.
Aber für dich ist die Antwort eine andere. Punkt.
Was dich das kostet
Nun, wahrscheinlich Anerkennung.
Wer nicht aufsteigt, wird nicht gesehen. Wer auf seinem Platz bleibt, wird übersehen.
Es kostet Geld.
Die Gehaltssprünge, die andere machen, bleiben aus. Du verdienst weniger, als du könntest.
Es kostet manchmal auch Respekt.
Menschen behandeln dich anders, wenn du nicht in der Hierarchie aufsteigst. Als wärst du weniger wert.
Und manchmal kostet es auch Selbstvertrauen.
Weil du dich fragst: Machen die anderen es richtig und ich falsch?
Was bleibt
Du bist nicht faul, weil du nicht aufsteigen willst.
Du bist nicht unehrgeizig.
Du hast nur andere Prioritäten.
Du verschwendest dein Potenzial nicht.
Du nutzt es nur anders.
Die Welt ist gebaut für Menschen, die nach oben wollen.
Für Menschen, die Karriere als Ziel sehen.
Für Menschen, die Aufstieg mit Erfolg gleichsetzen.
Aber Erfolg ist nicht universell. Erfolg ist das, was für dich zählt.
Und wenn für dich Erfolg bedeutet, ein Leben zu haben, das dir gehört, dann ist es nicht faul, am gleichen Platz zu bleiben.
Es ist nur anders.
Bleib bei dir
Davis